Mittlerweile neigen sich die Springbreak Ferien dem Ende und auch die Tageshöchstemperaturen liegen nun häufiger mal über den Gefrierpunkt. Langsam wirds auch wieder Zeit für die Steuer, also beste Vorraussetzungen für einen neuen Blogeintrag.
Diesmal packe ich den Teil für "Aktuelles" mal an den Anfang. Das letze Mal hatte ich ja gerade den verlängerten Arbeitsvertrag bekommen, nun gabs dann über Weihnachten auch den neuen Visumstempel in den Pass. Ich konnte also auch wieder in die USA einreisen.
Außerdem ist nun auch das zweite Paper veröffentlicht (wen es interessiert: https://authors.elsevier.com/c/1mYmV3AtDllAZM), das passt insofern ganz gut in diesen Blog, da die ersten Zeilen in der Zeit geschrieben wurden in der auch der Ausflug nach Chicago um den es heute gehen soll stattgefunden hat.
Wir springen also zeitlich zurück in die sonnigen, warmen und langen Tage Mitte August 2025.
Für ein langes Wochenende ging es also nach Chicago, DEM Mekka für Eisenbahnfreunde in den USA, natürlich mit der Bahn.
An diesem Tag kann man nicht über mangelnde Auslastung klagen, das hat sich allerdings auch beim Fahrkartenpreis gezeigt.
Getrennt wird nach Einzel- (linke Schlange) und Gruppenreisenden (rechts), Reservierungen gibt es (zumindest für diesen Zug) keine, dafür wird einem der Wagen durch die Fahrgastbetreuer und Schaffner zugewiesen. Interessanterweise werden auch an den meisten Bahnhöfen (selbst in Chicago!) nur wenige Türen geöffnet, obwohl jeder wagen eine hat, meist nur zwei für den ganzen Zug (5 Wagen).
Wenn der Zug dann fährt, merkt man relativ schnell ob die Gleise einer Güterbahn gehören (das ist hier in den USA der Normalfall) oder AMTRAK (der "staatliche" Personenzugbetreiber) selbst (das gibts eigentlich nur an der Ostküste, aber auch auf ein paar Kilometern in Michigan). Auf den einen schwankt der Zug, sodass man garnicht möchte, dass er schneller fährt, auf den anderen gleitet man in rascher Fahrt durch die Landschaft.
Die Ankunft in der Chicago Union Station ist dann am Bahnsteig relativ dunkel...
Dafür gibts in der Empfangs- und Wartehalle sogar Tageslicht
Auf dem Weg ins Hotel gibts dann eine ersten Blick auf den Chicago River
Nach dem Eincheckn geht's aber gleich wieder zurück zum Bahnhof, bzw. zur Brücke südlich des "Tunnelausgangs".Auf dem Bild ist es noch ruhig, kurz darauf stehen die Züge dann aber in der Nachmittags-Rushhour Schlange.
Fast wie die Hackerbrücke in München. Auch andere Eisenbahnfotographen hab ich hier getroffen, die sind dann allerdings relativ schnell auch wieder weiter zu weiteren Fotopunkten (mit dem Auto). Für mich ging es dann (zu Fuß) nach der Rushhour noch weiter zu LaSalle station.
Normalerweise fahren hier Nahverkehrszüge nach Süden (von der Union Station geht es im Nahverkehr eher nach Westen), nur natürlich nicht wenn ich da bin. Nagut die ganzen Pendler sind mittlerweile schon zuhause. Da mein Magen mittlerweile knurrte hab ich auch nicht noch ne Stunde auf den nächsten Zug gewartet sondern habe mich auf Nahrungssuche begeben.
Nach dem Abendessen mit einer leider sehr enttäuschenden Chicago Deep Dish Pizza (dauert ewig zu backen und dann hat man quasi eine Tomatensuppe in einer Teigschale mit etwas Käse) ging es dann mit der Hochbahn durch das nächtliche Chicago zurück ins Hotel.
Das kann sich durchaus sehen lassen.
Am nächsten Tag hab ich mir dann ausführlich die Hochbahn angeschaut. Das Prinzip kennt man auch aus (West-) Berlin und Hamburg, statt einen Tunnel zu graben (auch das gibts in Chicago) baut man die Metro einfach auf ein Gerüst über die Straße. Zum Ausflug gehörte natürlich eine Rundfahrt durch die Stadt und eine Expedition zu einer Gleiskreuzung wo sich Linien aus vier Richtungen auf der Grundfläche einer (für Amerika) kleinen Straßenkruzung treffen und verzweigen. Hier einmal der Blick von Ost nach West...
... und einmal von Süd nach Nord, jeweils mit abzeigenden Zügen. Auf dem Zeiten Bild erkennt man besser, dass sich das ganze aufgeständert über der Straße abspielt. Für "ausgewachsene" Metrozüge ist das schon eine sehr enge Kreuzung. Früher konnte man sich auch aus dem Parkhaus (rechts im Bild) einen guten Blick von oben verschaffen (da gibts auch einige Videos auf youtube, z.B. das hier https://youtu.be/e37mQLm66N0?si=107fOacQ9JhVlurc), allerdings kann man das Treppenhaus nur noch mit einem Parkschein betreten, und als ich da war ging auch niemand hinein an den ich mich hätte dranhängen können. Dann muss ich irgendwann also mal mit einem Mietwagen herkommen, für meinen Truck ist das Parkhaus leider zu niedrig.
Also ging es weiter zur Oglive Station, quasi das nördliche Gegenstück zur Union Station, allerdings in Hoch- statt Tieflage. Von hier gehts nach nordwesten. Auf dem Weg zum Bahnsteigende wird man dann noch an DAS Ereignis des Jahres hingewiesen:
Nirgends ist man sicher...
Am Bahnsteigende angekommen ergibt sich dann dieses Panorama
Alle Züge stehen hier am Samstag mit laufendem Dieselmotor um die Klimaanlagen mit Strom zu versorgen. Am Montag sollen es die Pendler ja schön kühl haben. Die Dieselloks stammen auch noch aus einer Zeit, als Motorenlärm noch ein Zeichen des Fortschritts und Lärmschutz noch nicht erfunden war. Das hat zwei unmittelbare Folgen: zum einen dürften die Balkone der angrenzenden Apartments (links im Bild) am Wochenende quasi unbrauchbar sein, zum anderen hält man es als Trainspotter ohne Gehörschutz dort nicht lange aus.
Es geht also weiter, vorbei an einer ehemaligen Eisenbahnbrücke...
.. und weiter wieder zurück zum Chicago River. Dort am Ufer ist es deutlich ruhiger.
Naja bis auf das Geratter der Hochbahn über die Brücke und den Touristenbooten die gelegentlich (also gefühlt alle 2 Minuten) an einem vorbeifahren.
An der ehemaligen Mündung des Chicago River (heute ist es der "Einfluss", zur Verbesserung der Wasserqualität im Michigansee und Vermeidung der Gerüchsbelästigung der Anwohner hat man die Flussrichtung im Jahre 1900 umgekehrt, das Abwasser fließt jetzt Richtung Mississippi River) kann man schon einen Blick auf den Navy Pier erhaschen. Das Riesenrad verrät es vielleicht, dabei handelt es sich um eine öffentlichen Park und nicht um einen Stützpunkt der Seestreitkräfte. Der direkte weg dorthin ist allerdings sehr nass, daher geht es erstmal in die andere Richtung zurück in die Stadt.
Der Park auf diesem Bild war mal ein Güterbahnhof zu der Zeit als der Hafen noch ein echter Güterhafen war. Das eigentliche Ziel der Milleniumpark war allerdings leider wegen einer Veranstaltung Eintrittskartenpflichtig, daher muss das bis zum nächsten Tag warten.Nach einigem Suchen, hab ich dann aber doch den Eingang zur Millenium Station gefunden. Allerdings auch hier ein eher düsterer und etwas trostloser Anblick:
Von hier aus gehts immerhin elektrisch nach Südosten entlang des Michigansees.
Wieder zurück an der Oberfläche kann man eine Seltenheit in amerikanischen Städten bewundern:
Ein Fahrradweg so breit wie eine ganze Autofahrspur! Und dann fahren sogar noch Fahrräder darauf! Ein paar Meter weiter bekommt die Fahrradeuphorie jedoch wieder einen kleinen Dämpfer:
Immerhin scheint man sich der Problematik bewusst zu sein und weist explizit darauf hin.
Ebenfalls hier zu finden, allerdings weniger fahrradtauglich, ist der Beginn (oder das Ende) der berühmten Route 66.
Auch wenn das Schild sicherlich schon einmal bessere Zeiten gesehen hat. Und wenn wir schon beim Thema Straßen sind, hier nochmal ein weiterer Eindruck einer "Straßenschlucht"
Dass hier so wenige Autos fahren liegt zum einen vermutlich am Wochenende, zum anderen aber auch daran, dass es eine Ebene drunter auch nochmal ein Straßennetz gibt. Das sieht dann so aus:
Vollständing mit Ampeln, Bürgersteig und sogar Zebrastreifen. Ob man das schon als unterirdisch bezeichnen kann weiß ich allerdings nicht, man ist noch immer oberhalb des Chicago Rivers. Wie dem auch sei, mir sind Züge im freien wesentlich lieber als Straßen unter der Erde, daher gehts wieder hoch zur Hochbahn.
Und ja, das ist die gleiche Station die ich euch schon weiter oben bei Nacht gezeigt habe.
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel, ging es Abends dann noch einmal entlang des Chicago Rivers, diesmal am Nordufer mit Blick nach Süden.
Bis hin zum Navy PierDort gibt es nicht nur das Riesenrad (nach dem Erfinder Ferris Wheel benannt, in ersten Anlauf basierte die Konstruktion der Gondeln wohl sogar auf Eisenbahnwaggons)...
...sondern auch jede Menge Bootsverkehr
Dafür hab ichs bis zum Sonnenuntergang nicht ganz bis and die Spitze geschafft, daher ist das Panorama noch etwas begrenzt
Trotz (oder gerade wegen?) der späten Stunde fährt aber gefühlt jeder der ein Boot hat hinaus auf den See.
Vom Ende des Piers habt man dann auch nochmal eine sehr schöne Sicht auf die Stadt.Kann sich auch ohne Sonnenuntergang sehen lassen.
Zum Abendessen in einem "Biergarten" der sich auch in der Preisgestaltung durchaus seiner Lage bewusst ist gab es dann eine weitere lokale Spezialität, nämlich einen Chicago Dog, die lokale "Zubereitungsfrom" eines Hotdogs. Leider aufgrund der Masse an Gruke eine sehr saure Angelegenheit, aber wenigstens das Bier war (zumindest angeblich) lokal und tatsächlich auch trinkbar. (die Bilder erspar ich euch, das kann das Internet deutlich appetitlicher).
Kurz darauf wurde das wartende Volk dann mit einem Feuerwerk erfreut.
Dieses Spektakel gibt es im Sommer jeden Mittwoch und Samstag zu bestaunen. Dieses war das Vorletzte der Saison. Als ich eine Woche vorher davon erfahren habe, war das einer der Gründe den Ausflug nach Chicago relativ kurzfristig einzulegen.Am Tag der Abreise ging es morgens dann noch auf eine Bootstour über den Chicago River mit Erläuterungen zu Stadtgeschichte und Architektur.
Danach war noch immer etwas Zeit bis zur Zugabfahrt am Nachmittag, also ging es auf schnellstem Weg, d.h. leider durch den Untergrund...
... nochmal zum Millenium Park und der großartigsten Sehenswürdigkeit der Welt, "The Bean"
Eigentlich heißt das Gebilde "Cloud Gate". Mit dem Hintergrund wirkt das sogar ganz "hübsch".
Hier nochmal von nah, wer mich findet hat sich einen Keks verdient...
Oder einen Walking Taco:
Klassischerweise an Jahrmärkten oder am Parkkiosk zu finden werden hier die Zutaten die normalerweise in den Taco gefüllt werden hier einfach in die geöffnete (Taco-)Chipstüte geschüttet. Ist zwar lecker, aber natürlich auch ne ziemliche Sauerei (und ich wollte den Koffer nicht nochmal aufmachen, daher lieber mit Latz).Nach diesem Mittagessen ging es dann wieder mit der Hochbahn (diesmal eine etwas modernere Station)...
... zum Hotel und dann mit der Ubahn in die Nähe der Union Station. Tatsächlich muss man von der nächstgelegenen Ubahnhaltestelle noch immer drei Blocks laufen. Dafür sieht man das Bahnhofsgebäude nochmal von außen.
Kurz vor Abfahrt wird man dann nach der Fahrkartenkontrolle auf den Bahnsteig gelassen.Diesmal wurde nicht nach Reisegruppengröße, sondern nach Ausstiegshaltesstelle sortiert.
Zum Sonnenuntergang war ich dann wieder in heimischen Gefilden am Banhof von East Lansing angekommen.
Das soll es für dieses Mal gewesen sein, vllt. schaffe ichs nächstes Mal das ganze etwas kürzer zu fassen, dann dauert es auch nicht so lange...
(wers glaubt wird seelig)
















































