Mittwoch, 29. Oktober 2025

Cincinnati

So schauen wir mal wie weit wir heute kommen, beinahe hätte ich ja wieder den Monatsabstand geschafft...

Diesmal gehts auf die Straße, noch nicht wirklich ein Roadtrip, aber 5h Highway einfach sind auch schon eine zumindest für mich neue Hausnummer. 

Spoiler: Am Ende gibts noch ein paar aktuelle (Stand Ende Oktober) News wie es weitergeht (sonst berichte ich darüber erst nächsten Juli und dann ists nicht mehr aktuell)  

Aber erstmal geht hier das Semseter wieder los, für die Erstsemesterorientierung wird auch noch so manches bewegliche Denkmal aufgestellt, ein Sparty aus Blech.

Bei diesen wunderbaren warmen Temperaturen macht man auch gerne mal einen Ausflug. Z.B. zum Güterbahnhof hinter dem Hawk Island Park (wieß gerade garnicht ob ich den schonmal gezeigt hab)...


 ... oder weils noch nicht warm genug ist fährt man 5 Stunden nach Süden nach Cincinnati. 

Die erste echte Langstrecke im Truck! Fährt sich zwar noch immer sehr schön, aber 5h sind dann doch ne recht lange Zeit. Zwischendurch kommt dann bei freier Fahrbahn dann doch die deutsche Gewohnheit nach Autobahngeschwindigkeit durch und der rechte Fuß wird schwerer und schwerer... 

Bevor das dann doch mal zur Kontaktaufnahme mit der Polizei kommt, macht man doch lieber zwischendurch eine Pause.

Welch ein Glück, dass nach etwas über 2h ein Ort Namens Fostoria am Weg liegt. Hier kreuzen sich gleich drei Eisenbahnstrecken höhengliech, also ohne Brücke. Das es das hier gelegentlich gibt, hab ich ja schon ein paar mal erwähnt.



Ich hoffe man kann was erkennen, wenn nicht, sucht einfach im Onlinekartendienst eurer Wahl nach Fostoria in Ohio.

Und das besondere hier ist, dass auch noch gefühlt alle 5 Minuten ein Zug kommt (naja in Wahrheit sinds vermutlich eher 15, aber es dauert auch meistens 5 Minuten oder länger bis ein Zug durch ist)



 Hier war gerade mal ein paar Minuten verschnaufpause, aber den Trainspotter freuts

Sollte ich irgendwann mal dazu kommen, dann lade ich die ganzen Videos mal irgendwo hoch, dann reiche ich hier den Link nach...

Aber irgendwann musste ich mich dann doch loseisen, die halbe Strecke lag ja noch vor mir.

Spätnachts kam ich dann doch irgendwann am Ziel an (technisch gesehen war das auch schon auf der anderen Seite des Ohio River, also schon in Kentucky).

In den nächsten Tagen gab es dann nicht nur ein paar Arbeitsplanungsgespräche mit dem Chef am Pool, sondern auch ausführliche Ausflüge in seine ehemalige Heimat, der Stadt Cincinnati.

Die Stadt ist wie Bamberg (und irgend so eine Stadt in Italien) auf sieben Hügeln gebaut. Demenstprechend gibts auch einige Orte mit Aussicht:

zum Beispiel auf das Headquarter von Procter & Gamble (angeblich ist gehört(e) einer der Zwillingstürme Procter und der andere Gamble, keine Ahnung ob das stimmt)...
  

... oder auf Brücken über...

... oder auf den Ohio River

Mit etwas Fantasie könnte das auch irgendwo im Rheintal sein. Und tatsächlich gibt es ein Stadtviertel namens Over the Rhine. Es hat hier wohl einige deutsche Siedler gegeben (dazu später nochmal mehr).

Aber erstmal gehts zum anderen Ende der Stadt für die Aussicht von einem ehemaligen Standseilbahn Maschinenhaus (heute eine Gaststätte)


Bei Tag und Nacht durchaus beeindruckend. Besonders hat mir natürlich gefallen, dass man von dort auch Züge sehen kann wie sie auf eine Brücke über den Ohio River fahren (siehe oberes Bild).

Apropo Bahnblick

Cincinnati hat natürlich auch einen Bahnhof


Dreimal die Woche (und Richtung) fährt hier noch ein Zug von New York nach Chicago (zugegeben nicht gerade die direkteste Route). Früher waren die Seitenflügel quasi ein Drivethrough für Busse, Autos und Taxis. Heute beherbergen Sie das Stadt- und Naturkundemuseum. 

Während in der Eingangshalle in klassischer Weise die Vertreter der Handwerkergilden grüßen,...

 


... gibt es auch ein Modellnachbau einiger Wahrzeichen der Stadt (ja eine Modelleisenbahn fährt da auch durch), z.B. gibt es ein Modell der vorhin gennannten Standseilbahn.


 Ein Stockwerk tiefer gibt es ein Dampfschiff zu besichtigen (oder zumindest dessen "Nachbau")


 Und direkt neben dem Anleger gibt es Standesgmäß eine Bierhalle


Damit wären wir wieder bei den Deutschen Siedlern die hier ihre Heimat gefunden haben, und auch wieder beim Bier...

Auf der anderen Flussseite hat sich nämlich auch eine "Bierhalle" etabliert.


 


Hopfen und Malz, Football und dass klassische "Bavarian Jägerschnitzel", man fühlt sich fast wie daheim. (nein ich hab natürlich das Schnitzel Wiener Art gegessen ich bin ja schließlich nicht verrückt). Der "German Potato Salad" ist übrigens warm und auf Apfelessigbasis, etwas ungewohnt und meiner Meinung nach nichts für jeden Tag, aber war mal interessant. Aber das Bier war brauchbar (vielleicht sogar nach Originalrezeptur?)

Eine Kapelle gabs auch, was die gesungen haben hab ich zwar nicht verstanden, aber die Rhythmik war durchaus bierzelttypisch. Dagegen war das "Prosit der Gemütlichkeit" eher traurig, außer mir kannten wohl nur drei weitere der etwa hundert Gäste den Text, wie gesagt eine interessante Erfahrung.

Gut gestärkt ging es dann am nächsten Tag (meinem Geburtstag, welch Ironie) dann zum dienstlichen Teil der Reise, dem Besuch der Kooperationspartnerin an der Indiana University im wunderschönen Bloomington. Von Cincinnati sind das nur noch zwei gute Stunden Autofahrt, also quasi fast schon Pendlerdistanz (wir haben aber doch eine Nacht dort übernachtet).

Dort angekommen, gab es erstmal Mittagessen und Geburtstagskuchen 

Das das Foto nicht gestellt ist, brauch ich glaub ich nicht zu erwähnen.

Neben Paperplanung und zukünftigen Forschungsideen, gab es aber auch Zeit um den dortigen Campus zu erkunden. Und der kann sich durchaus sehen lassen.


Wirkt irgendwie natürlicher als das rechteckige was ich aus East Lansing kenne. Aber in den Semseterferien ists hier natürlich genau so leer.
 
Neben dem Campus hab ich dann noch das hier erspäht:

 

Aber leider gab es keinen Döner (etwas das der amerikanischen Nahrungsversorgung noch fehlt, aber die Aufgabe erfüllt hier ja die Mexikanische Küche) 

 Auf dem Rückweg ging es dann an Erlangen vorbei (naja fast)

Auf dem weiteren Rückweg nach Lansing (das waren wieder 5h) hab ich wieder ein paar Pausen eingelegt

So auch im Air Force Museum in Dayton


 Dort sind zwar Waffen verboten

dafür gibts dort aber gefühlt alles zu sehen was jemals für (oder gegen) die Air Force geflogen ist (im Maßstab 1:1). Im Stechschritt bin ich da zwischen (altgedienten) Veteranen und Boyscouts durchgerannt, sonst braucht man mehr als eine Tag um alles zu sehen und ich wollte ja noch nach hause. Ich zeig mal eine kleine Auswahl.

Angefangen von der echten Air Force One (dem überhaupt allerersten Flieger der Air Force)

Ein Gebilde der Gebrüder Wright. Deren ehemalige Fahrradwerkstatt (heute ein Museum) liegt auch nur ein paar Ortschaften entfernt. Ihre Flugversuche haben sie aber näher an der Küste (mehr Wind) gemacht. Aber auch der Heimatort des Astronautem Neil Armstrong namens Wapakoneta liegt ganz in der Nähe. Irgendwie scheint hier in die Begeisterung für die Luft- und Raumfahrt in der Luft zu liegen.

Weiter gehts mit dem Bomber der die Atombombe über Nagasaki abgeworfen hat


 Und wir beenden unseren Rundgang der Air Force mit einem "Tarnkappenbomber"

Der Held der nächtlichen N24 Dokumentation während meiner Schulzeit.

Daneben gab es noch allerhand Drohnen, aber auch Flugzeuge der Wehrmacht aus deutscher Produktion oder auch Ausstellungsstücke aus Japan oder Korea. Alles schön säuberlich chronologisch (und nach Kriegen) geordnet.

Dabei haben die Hinweisschilder erfrischend sachlich und ohne viel Pathos über die Ausstellungsstücke informiert (egal ob Freund oder Feind).

Im nächsten Hangar (dem vierten oder fünften) steht dann einfach mal ein Spaceshuttle

Auch das wohl in Originalgröße.

Dahinter reihen sich dann (alle?) ausgemusterten Präsidentenflieger (das was men heute Air Force One nennt) auf.

Hier mal ein kleineres Exemplar das problemlos auf ein Bild gepasst hat

Im Anschluss hab ich noch einen Abstecher (mit Abendessen) in Fostoria gemacht, aber das hab ich euch ja schon gezeigt.

Daheim in East Lansing haben sich mittlerweile die Baustellen ausgebreitet, das Büro ist komplett "eingebaut"

Alles was Orange hinterlegt ist liegt hinter einem Bauzaun, mein Büro liegt im Gebäude in der Mitte und das braune Gebilde unten rechts ist mein Parkhaus (nachdem mein Parkplatz direkt am Büro mittlerweile Baugrube ist)

Hier mal ein paar Bilder (das zweite schließt quasi am rechten Rand des ersten an, der Baum ist dann doppelt)



 

 Und ja, beide Umleitungsschilder leiten einen in die nächste Baustelle, es gibt kein Entkommen.

Hier noch ein paar Bilder der eigenltichen Baustelle, das sieht man was da für Rohre vergraben werden, die irgendwann einmal an die Waterchillingplant angeschlossen werden. (Wenn sie dann irgendwann mal fertig ist)




 Das (seehr langsame) Zuschütten der Baugruben ging dann natürlich wieder mit Maßnahmen zur Bodenverdichtung einher. Demensprechend haben auch die Wände im Büro wieder angefangen zu wackeln.

Also nichts wie weg. Diesmal 2h nach Norden. Da kennt eine Bekannte jemanden die ein Anwesen mit Gästehaus am Privatstrand am Lake Torch hat. Da ging es dann wenigstens für ein langes Wochenende zum Entspannen gemeinsam hin.

Morgens noch "schnell" den Statistikteil fürs Paper geschrieben und dann den Rest vom Tag an den Strand gelegt...



 ... und natürlich einen (zum Glück nur leichten) Sonnenbrand geholt.

 So viel zum Ausflügen Ende Juli/Anfang August.

Wovon Vergangenheitsbernhard Anfang Augusst am Lake Torch liegend noch nur träumen konnte, weiß der Gegenwartsbernhard der Ende Oktober diese Zeilen schreibt schon mit Gewissheit:

Das Paper ist nach minimaler Revision mittlerweile veröffentlicht (falls es jemanden interessiert: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/lio2.70278), das zweite ist "fast" fertig

Für die meisten von euch vermutlich wesentlich interessanter (und ggf. auch relevanter): Mein Arbeitsvertrag (und damit auch die Aufenthaltserlaubnis) ist verlängert! Und zwar bis Ende Juli 2027 (ansonsten wäre Ende Januar 2026 Schluss gewesen).

Mal schauen wie ich das mit den nächsten Blogeinträgen mache, in dem Tempo schaff ich jedenfalls nicht alle Ausflüge (die schon passiert sind) bis Weihnachten (vom noch anstehenden ganz zu schweigen). Vielleicht muss ich das Material einfach drastisch zusammenstreichen. Andererseits ist auch schön, in der warmen Stube wärend draußen der Nachtfrost wütet in sommerlichen Erinnerungen zu schwelgen. Wir werden sehen. Das nächste Mal gehts jedenfalls erstmal wieder zurück in den August. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittwoch, 17. September 2025

Groningen


Und schon wieder ist ein Monat rum, naja mal sehen ob ich die Sommerausflüge hier bis Weihnachten durchbringe...

Nach dem illustren Ausflug nach Philadelphia, ging es wenige Wochen später zur "The 16th International Conference on Advances in Quantitative Laryngology, Voice and Speech Research", kurz AQL, ins wunderschöne Groningen, in den Niederlanden (nein das liegt nicht in Holland).

Die Anreise erfolgte mit dem Flugzeug nach Amsterdam und von dort mit dem Zug nach Groningen


Eigentlich hatte ich auf ein anderes markantes Fahrzeug gehofft (wer mag darf in die Suchmaschine "Koploper NS" eingeben), aber man nimmt was man kriegen kann. 

Gleiches gilt übrigens auch für den Bahnhof, die Zugfahrt endete nämlich schon in Groningen Europapark (ihr habts im Bild bestimmt schon gelesen...). 


Eigentlich auch ganz hübsch, aber dann doch eher zweckmäßig schlicht. 

Der eigentliche Bahnhof in Groningen (oder zumindest die Gleise dort) wird derzeit grundlegend renoviert, daher enden alle Züge einen Bahnhof vorher. Von dort ging es dann mit dem Ersatzbus weiter zur Innenstadt. (Keine Angst Bilder vom Bahnhof gibts später noch)

Auf dem Weg zum Hotel gibts einen ersten Blick auf das Stadtmuseum und die erste Gracht (oder ist das hier ein Fluss?)

 


Ein paar Straßen weiter, begegnete mir dann noch dieser heiße Flitzer

Hier hat man offensichtlich seine Kudengruppe erkannt und tut alles dafür, dass sie nicht aus Deutschland importiertes Warsteiner trinken muss.

Im Hotel angekommen, hab ich dann erstmal mein Poster gebügelt

Nichtmal vier Tage vorher in Californien gedruckt, über Nacht nach East Lansign geliefert, im Koffer nach Europa gereist und kurz vor dem Aufhängen von den Falten befreit,...


... ob sich die Mühe gelohnt hat darf jeder selbst entscheiden, ich finde jedenfalls wir zwei sehen ganz hübsch aus. (ja ok, das Hemd hätte ich vielleicht auch nochmal Bügeln können, aber manchmal muss man Prioritäten setzen)

Neben dem Akademischen Programm und dem gemütlichen abendlichen Bier- und Weinkonsum, gabe es natürlich auch etwas Sightseeing:

 Das Schiff hat scheinbar sein Schutzgelt bei der italienischen Mafia nicht bezahlt, oder jemand anderes fand es notwendig es am Kanalrand einzubetonieren

Ist leider nur ein Fitnessstudio und hat nichts mit Zügen zu tun. Schade 


 

 

Einige meiner ehemaligen Kollegen aus Erlangen haben mich dann doch noch überredet dem temporär funktionslosen Bahnhof einen Besuch abzustatten.



Trotz (oder gerade wegen) der Leere ein doch recht imposantes Bauwerk.

Auch in Sachen Verkehrsberuhigung kann man vielleicht noch was von den Niederländern lernen


Diese Art von Verkehrspoller wäre evtl. auch eine Lösung für die Sandstraße in Bamberg?

Apropo Sand:


Der Stadtstrand war jetzt nicht so gut besucht, gut das Wetter war jetzt auch nicht so besonders.

Kurz vor der Abreise gab es dann nochmal eine schöne Aussicht über die Stadt vom Dach des Gemeindezentrums

 

Und auch eine der zahlreichen Drehbrücken der Stadt zeigt nochmal, dass sie auch große Schiffe durchlassen kann (während der Verkehr auf der Straße zum Erliegen kommt)
Damit hier nicht nur Fotos mit Wolkenhimmel zu sehen sind hier noch zwei Bilder aus Bamberg vom anschließenden Heimaturlaub (das Thema Stadt und Fluss hab ich mal beibehalten)


 Zurück in der Metropole East Lansing. 


Ein Dienstag Abend in den Semesterferien, da steppt der Bär...

... und Fuchs und Hase sagen sich gute Nacht. 

Ach ja, zu guter letzt noch ein Baustellenupdate (Stand Anfang Juli 2025):

 

Die Bodenplatte der Waterchilling Plant ist betoniert, das heißt die Maßnahmen zur Bodenverdichtung sind abgeschlossen, damit wackeln auch die Wände im Büro nun wieder weniger (zumindest für ein paar Tage bis die anderen Baustellen anfangen, aber dazu mehr beim nächsten Mal)

Cincinnati

So schauen wir mal wie weit wir heute kommen, beinahe hätte ich ja wieder den Monatsabstand geschafft... Diesmal gehts auf die Straße, noch ...